Frauen unter sich – der Blog zur Frauengesundheit

14.4.2021
 

Tabuthema „Frauenleiden“: Wieso die Frau in der Forschung vernachlässigt wird

Tabuthema „Frauenleiden“: Wieso die Frau in der Forschung vernachlässigt wird

Film und Fernsehen, Werbung, Social Media... man könnte meinen, die Welt wird immer offener und aufgeklärter. Doch die weibliche Sexualität ist nach wie vor ein Tabuthema – und damit einhergehend auch die Frauengesundheit.

Mit Freundinnen teilen:

Die Tabuisierung der weiblichen Sexualität zeigt sich neben fehlenden Reformen in der Sexualbildung und dem immer noch spärlich vorhandenen Wissen über die weibliche Anatomie auch in der Vernachlässigung von Frauenkrankheiten in der Forschung. Diese widmet sich seit Jahrzehnten den großen Volkskrankheiten, wie Krebs und Diabetes – die zahlreichen gynäkologischen Frauenleiden bleiben dabei weitgehend auf der Strecke.

Was ist ein „Frauenleiden“?

„Frauenleiden“ ist ein historischer Begriff, der gesundheitliche Probleme bzw. Erkrankungen der Frau, meist in Bezug auf gynäkologische Beschwerdebilder, beschreibt. Hierzu zählen z.B Menstruationsbeschwerden, Scheidenpilzinfektionen, bakterielle Vaginose, vaginale Trockenheit, das prämenstruelle Syndrom (PMS), Endometriose, Blasenentzündungen sowie typische Beschwerden während der Schwangerschaft oder Menopause, uvm.

Forschung: Kaum Frauenkrankheiten im Fokus

Trotz der Tatsache, dass bis zu 75% aller Frauen im Laufe ihres Lebens an einer Scheidenpilzinfektion erkranken und etwa jede 7. Frau einmal pro Jahr von einer Blasenentzündung betroffen ist (beide Erkrankungen bergen außerdem das Risiko für eine Chronifizierung), stehen diese und andere Frauenleiden kaum auf der Forschungsagenda. Einer der Gründe: Grundlagenforschung ist für Pharmaunternehmen weniger lukrativ, als den Vertrieb bereits entwickelter Medikamente global auszuweiten. Außerdem erweist es sich als schwierig, Probandinnen für Studien zu typischen Frauenleiden zu lukrieren, da Erkrankungen wie Scheidenpilz oder bakterielle Vaginose immer noch mit viel Scham behaftet sind.

Dieses Missverhältnis hat zur Folge, dass die Therapien vieler weit verbreiteter Frauenkrankheiten wie etwa Pilzinfektionen oder Blasenentzündungen teilweise noch immer auf jahrzehntealten Behandlungskonzepten beruhen.

Frauengesundheit ins Rampenlicht rücken

Um der Frauengesundheit die Aufmerksamkeit zu schenken, die sie verdient und braucht, ist es wichtig, mit gesellschaftlichen Tabus zu brechen und zur Aufklärung beizutragen. Auf unserer Seite „Frauen unter sich – der Blog zur Frauengesundheit“ gibt es deshalb ab jetzt allerlei Interessantes zum Thema „Frauengesundheit“, hilfreiche Tipps für typische Frauenleiden sowie Aktuelles aus der Forschung.

zurück zur Übersicht